Mit einem Paukenschlag, der die alljährliche logistische Kernschmelze, die ganze Lieferketten regelmäßig zum Erliegen bringt, in Angriff nehmen soll, hat RobotEra eine Full-Stack Embodied AI-Lösung für Lagerhäuser enthüllt. Das Unternehmen rühmt sich, dass sein Humanoid Star-Act L7, angetrieben von einem proprietären KI-Modell, das weltweit erste End-to-End Visual-Language-Action (VLA)-System ist, das in einer realen Logistikanwendung zum Einsatz kommt. Es zielt direkt auf das ab, was die Branche die “Flexible Picking Gap” nennt – das chaotische, von menschlicher Geschicklichkeit abhängige Gefummel beim Greifen einzelner Artikel, das automatisierte Systeme bei Verkaufsveranstaltungen wie dem Singles’ Day gnadenlos ausbremst.
Im Herzen des Geschehens steht der zweibeinige L7, der weit mehr ist als nur ein tanzender Proof of Concept für die nächste Tech-Messe. Er verfügt über eine 3-Achsen-Hüfte, die ihm eine beeindruckende Reichweite von 2,1 Metern verleiht, um selbst die obersten und untersten Regale zu erreichen. Dazu kommen zwei 12-DOF-Fünffingerhände, die speziell dafür konzipiert wurden, eine schier unendliche Vielfalt an Produkten zu handhaben. Der eigentliche Game-Changer ist jedoch das ERA-42 VLA Model, ein “verkörpertes Gehirn”, das dem Roboter ermöglicht, visuelle Daten und Befehle zu interpretieren, um Kommissionier-, Greif-, Scan- und Verpackungsaufgaben dynamisch auszuführen – und das, ohne für jede erdenkliche Artikelform und jeden Stellplatz eigens programmiert werden zu müssen.
Dieses System ist darauf ausgelegt, sich direkt in das bestehende Lagerverwaltungssystem (WMS) einer Einrichtung zu integrieren, was eine nahtlose Übergabe von automatisierten Shuttles an den humanoiden Kommissionierer ermöglicht. Sollte ein Barcode-Scan fehlschlagen, wirft der Roboter den Artikel autonom weg und macht weiter – ein Grad an Entscheidungsfindung, der, ehrlich gesagt, wohl die Entscheidungsfähigkeit eines menschlichen Mitarbeiters in der zehnten Stunde einer Black Friday-Schicht in den Schatten stellen könnte.
Warum ist das wichtig?
Seit Jahren wird der Traum vom “Lights-Out”-Lager auf den letzten Metern ausgebremst: durch die Notwendigkeit geschickter Manipulation. Während AGVs und Roboterarme das Bewegen von Paletten und Behältern längst im Schlaf beherrschen, ist die feine Kunst des Kommissionierens von vielfältigen und unvorhersehbaren Artikeln hartnäckig eine Domäne des Menschen geblieben. Der Ansatz von RobotEra stellt einen bedeutenden Sprung dar: weg von starrer, vorprogrammierter Automatisierung, hin zu adaptiven, intelligenten Systemen. Wenn sich dieses Modell als skalierbar und kosteneffizient erweist, könnte es die Logistikwirtschaft grundlegend umkrempeln. Es würde die volatile und fehleranfällige Abhängigkeit von temporärer menschlicher Arbeitskraft durch eine konsistente, anpassungsfähige Roboter-Arbeitskraft ersetzen und so die voll automatisierte Auftragsabwicklung von einer fernen Fantasie in eine greifbare Realität verwandeln.






