Boston Dynamics, Inc. hat seinem Aushängeschild Spot – dem vierbeinigen Roboter, der längst zum Gesicht der modernen Industrie-Inspektion geworden ist – ein massives Upgrade verpasst. Neben geschärften Sinnen bekommt der mechanische Vierbeiner auch direkt einen neuen Nebenjob: als autonomer Wachmann. Mit der Vorstellung der Spot Cam 2 liefert das Unternehmen eine neue Hardware-Erweiterung, die eine ganze Palette an Hochleistungsoptiken und intelligenten Features auf die agile Plattform bringt.
Das Prunkstück der neuen Ausrüstung ist eine brandneue 4K-Pan-Tilt-Zoom-Kamera (PTZ) mit einem gewaltigen 25-fachen optischen Zoom. Für die Ferninspektion bedeutet das einen Quantensprung in Sachen Detailgenauigkeit. Ergänzt wird das System durch eine integrierte radiometrische Wärmebildkamera, eine 360-Grad-Sphärenkamera für den vollen Rundumblick und acht ultrahelle LED-Scheinwerfer, die selbst in den finstersten Winkeln einer Anlage für Tageslicht sorgen. Über einen integrierten Zubehörschacht lassen sich zudem spezialisierte Sensoren nachrüsten, darunter High-End-Akustik-Imager von Sorama und der Fluke Corporation.

Doch der eigentliche Intelligenzschub steckt im begleitenden Software-Update 5.1, das den Missionstyp „Sicherheitspatrouille“ einführt. Wenn Spot auf seiner programmierten Route eine Person in einem Bereich erkennt, in dem sie nichts zu suchen hat, reagiert er nun völlig eigenständig: Er hält inne, aktiviert seine Scheinwerfer, schießt eine ganze Serie von PTZ-, Panorama- und Wärmebildern und sendet einen Alarm an die Zentrale, bevor er seelenruhig seinen Dienst fortsetzt. Das Ganze erinnert weniger an „RoboCop“ und mehr an eine „Fluraufsicht mit Doktortitel in Thermografie“. Das Update erlaubt es zudem, Missionen durch optische Markierungen (Fiducial Markers) zu unterbrechen oder umzuleiten – so findet Spot etwa völlig autonom zu seiner Ladestation zurück oder schaltet sich ohne menschliches Zutun ab.
Für Industriekunden sind vor allem die neuen Fähigkeiten zur akustischen Erkennung ein echter Game-Changer. Ausgestattet mit einem kompatiblen Akustik-Imager wie dem Fluke SV600 oder dem Sorama L642 kann Spot nun eine sogenannte „Acoustic Change Detection“ durchführen. Das System nimmt dabei die Referenzgeräusche kritischer Maschinen auf und nutzt Algorithmen, um selbst kleinste akustische Anomalien über die Zeit hinweg zu identifizieren. So lassen sich Lagerschäden oder Leckagen aufspüren, lange bevor sie zu einem katastrophalen Ausfall führen.
Warum ist das wichtig?
Bei diesem Upgrade geht es weniger darum, Spot optisch aufzuhübschen, sondern ihn zu einem wahrhaft autonomen Werkzeug zu machen, das weniger „Händchenhalten“ durch den Menschen benötigt. Indem Boston Dynamics dem Roboter die Fähigkeit gibt, nicht nur präziser zu sehen, sondern auch aktiv auf das zu reagieren, was er sieht und hört – sei es eine unbefugte Person oder das verdächtige Summen einer Maschine –, rückt Spot immer weiter in die Rolle einer proaktiven Datenplattform. Es ist ein weiterer Schritt weg vom ferngesteuerten Technik-Gimmick hin zu einem verlässlichen Partner, dem man die Überwachung kritischer und nun auch sicherheitsrelevanter Infrastrukturen blind anvertrauen kann.













