In einem Schritt, der das vorsichtige Zaudern im Silicon Valley geradezu einschläfernd wirken lässt, hat ein ländlicher deutscher Landkreis einen vollständig autonomen, fahrerlosen Shuttle-Dienst auf öffentlichen Straßen eingeführt. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm verkehren nun Tesla-Fahrzeuge als Teil des öffentlichen Nahverkehrs, ohne einen menschlichen Sicherheitsfahrer hinter dem Lenkrad – ein Novum für Deutschland und Europa. Der gesamte Betrieb wird von einem „technischen Aufseher“ aus einer Kontrollzentrale fernüberwacht, bereit einzugreifen, falls sich das Auto von einem besonders störrischen Schaf verwirren lässt.
Das ist kein halbgarer Vaporware-Hype oder eine schnöde Demo auf abgesperrtem Gelände. Nein, es ist ein genehmigter, operativer öffentlicher Dienst, der von lokalen Behörden in Partnerschaft mit Tesla ins Leben gerufen wurde. Das Projekt ergänzt das lokale „Bürgerbus“-Programm und zielt darauf ab, die Mobilität für Anwohner in einer Region wiederherzustellen, in der die öffentlichen Verkehrsoptionen spärlich sind. Lokale Beamte, die das System auf engen, kurvigen Landstraßen testeten, lobten die Software Tesla Full Self-Driving (Supervised), wobei ein Bürgermeister bemerkte, es „fühle sich an wie ein sehr erfahrener Fahrer“.
Der Dienst wird durch Deutschlands überraschend vorausschauendes Gesetz zum Autonomen Fahren ermöglicht, das im Juli 2021 in Kraft trat. Diese Gesetzgebung schuf einen rechtlichen Rahmen für autonome Fahrzeuge des SAE Level 4, die in definierten Bereichen ohne Fahrer betrieben werden dürfen, vorausgesetzt, sie stehen unter technischer Aufsicht.
Warum das wichtig ist
Dieses Projekt ist ein massiver Stresstest unter realen Bedingungen für die Regulierung und Technologie autonomer Fahrzeuge. Während die meisten autonomen Testfahrten noch mit Sicherheitsfahrern herumschleichen, hat diese deutsche Initiative das Pflaster einfach heruntergerissen und sich auf ihren robusten Rechtsrahmen gestützt, um vollständig fahrerlose Autos in den öffentlichen Dienst zu stellen. Es liefert eine mächtige Blaupause dafür, wie ländliche Gemeinden, die oft von Verkehrsinnovationen abgehängt werden, Mobilitätsprobleme lösen können. Für ein Land, das für seine akribische Ingenieurskunst und regulatorische Vorsicht bekannt ist, ist dies ein kühnes Statement, das Konkurrenten, die noch im regulatorischen Stillstand feststecken, effektiv überrundet.






