Die Pläne der Hyundai Motor Group, den beeindruckenden neuen Atlas-Humanoiden von Boston Dynamics in die Werkshallen zu schicken, sind auf eine massive Wand aus Widerstand gestoßen. Die mächtige Gewerkschaft des Konzerns äußert „tiefe Besorgnis“ – sie sieht in dem High-Tech-Helfer schlichtweg einen Jobkiller. In einem scharf formulierten Schreiben stellte die Arbeitnehmervertretung klar: „Kein einziger Roboter mit neuer Technologie wird den Arbeitsplatz betreten“, solange keine formelle Einigung zwischen Management und Belegschaft vorliegt.
Der vollelektrische Atlas – ein Quantensprung gegenüber seinem hydraulischen Vorgänger – soll eigentlich demnächst in den Hyundai-Werken den Testbetrieb aufnehmen. Das Vorhaben ist Teil von Hyundais Vision einer „menschenzentrierten“ Smart Factory. Doch genau dieser „Mensch“ fragt sich gerade, wie zentral seine Rolle noch ist, wenn ein zweibeiniger Roboter mit einer Traglast von knapp 50 kg und unermüdlicher Präzision seinen Posten übernimmt. Wir sprechen hier von demselben serienreifen Atlas, der Hyundai und Boston Dynamics enthüllen Atlas-Humanoide auf CES auf der CES die Show gestohlen hat und nun den Sprung von der Showbühne direkt ans Fließband wagt.
Die Gewerkschaft poltert nicht nur aus Prinzip; sie beruft sich auf bestehende Tarifverträge. Diese sehen vor, dass bei der Einführung neuer Technologien, die bestehende Jobprofile gefährden könnten, ein gegenseitiges Einvernehmen herrschen muss. Ein Sprecher der gewerkschaftlichen Planungsabteilung betonte, man verschließe sich dem Fortschritt nicht kategorisch, sei aber extrem wachsam bei Innovationen, die darauf abzielen, „menschliche Arbeitskraft zu ersetzen“. Angesichts der Euphorie an den Börsen über das Atlas-Debüt zeigten sich die Arbeitnehmervertreter fassungslos: Man wisse nicht, „ob man lachen oder weinen soll“.
Warum das wichtig ist
Dieser Showdown bei Hyundai ist weit mehr als nur ein lokaler Arbeitskampf; er ist ein Lackmustest für die Zukunft der globalen Fertigungsindustrie. Jahrelang waren humanoide Roboter ein faszinierendes, aber fernes Versprechen. Jetzt, wo sie kommerziell marktreif werden – Hyundai plant bis 2028 eine Jahresproduktion von stolzen 30.000 Einheiten –, führt ihr Einzug in hochgradig gewerkschaftlich organisierte Branchen wie den Automobilbau unweigerlich zum Frontalzusammenstoß. Der Drang nach maximaler Automatisierung trifft auf etablierte Arbeitnehmerrechte. Wie Hyundai und seine Gewerkschaft diesen Konflikt lösen, wird Signalwirkung für unzählige andere Industrien haben, die derzeit noch von der Seitenlinie aus zusehen und sich fragen, wann ihr eigener mechanischer Kollege wohl zum ersten Mal die Stempelkarte zückt.













