Tesla opfert Model S/X für eine Million Optimus-Roboter jährlich

Tesla, Inc. schickt seine Flaggschiffe, das Model S und das Model X, in den wohlverdienten Ruhestand. Wie das Unternehmen im jüngsten Geschäftsbericht und dem anschließenden Earnings Call bestätigte, wird die Produktion bereits im nächsten Quartal eingestellt. Der Grund für diesen Paukenschlag: Tesla braucht Platz und Ressourcen für seine nächste monumentale Wette – den humanoiden Roboter Optimus. Dieser Schritt markiert den endgültigen Wandel vom Pionier für Luxus-Elektroautos hin zu einem waschechten KI- und Robotik-Konzern.

CEO Elon Musk erklärte, dass das Werk in Fremont, Kalifornien, komplett umgerüstet wird, um langfristig die astronomische Zahl von einer Million Optimus-Einheiten pro Jahr vom Band laufen zu lassen. Das Herzstück dieses ambitionierten Plans ist die kommende Gen 3-Version von Optimus – das erste Design, das explizit für die Massenfertigung konzipiert wurde und dessen Enthüllung für das erste Quartal geplant ist. Das technologische Fundament bildet der neue AI5-Chip. Für Musk ist dieses Projekt „die wohl wichtigste Aufgabe überhaupt“ – ein Projekt von solcher Tragweite, dass er sogar seine Samstage persönlich im Labor verbringt.

Der strategische Kurswechsel wurde im Q4-Bericht für die Aktionäre schwarz auf weiß untermauert: Dort wird die Optimus-Produktionslinie in Kalifornien erstmals offiziell als „im Bau“ aufgeführt. Tesla plant, die Fertigung noch vor Ende 2026 hochzufahren. Dieser radikale „All-in“-Einsatz auf die Robotik erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Tesla seinen ersten jährlichen Umsatzrückgang in der Firmengeschichte hinnehmen musste. Dass man ausgerechnet die Modelle opfert, die das Fundament der Marke bilden, ist ein kalkuliertes – wenn auch unsentimentales – Opfer für eine autonome Zukunft.

Warum das wichtig ist

Tesla macht unmissverständlich klar: Die Ära als reiner Automobilhersteller ist vorbei. Indem das Unternehmen seine ursprünglichen margenstarken Zugpferde aufs Altenteil schickt, werden Kapital und Produktionskapazitäten für das frei, was Musk als den eigentlichen Jackpot ansieht: universell einsetzbare humanoide Roboter. Das Ziel von einer Million Einheiten pro Jahr ist mehr als nur kühn – es ist die Kampfansage, einen Markt zu dominieren, der heute faktisch noch gar nicht existiert.

Der AI5-Chip ist dabei der Dreh- und Angelpunkt. Er soll nicht nur die nächste Generation autonomer Fahrzeuge steuern, sondern einer ganzen Armee von humanoiden Helfern Leben einhauchen. Dieser Schritt definiert Teslas Spielfeld neu: Der Konkurrenzkampf findet nicht mehr gegen Volkswagen oder Mercedes statt, sondern gegen die aufstrebenden Titanen der KI- und Robotik-Welt. Es ist ein riskantes Hochgeschwindigkeitsexperiment, das die Zukunft des Unternehmens auf eine Welt verwettet, in der intelligente Maschinen zum Alltag gehören.