Im immer dichter gedrängten Haifischbecken der humanoiden Robotik hat das Startup Asimov Inc. gerade zwei ziemlich unkonventionelle Ideen in den Ring geworfen: einen gläsernen Schädel und das Versprechen, sämtliche Baupläne völlig kostenlos zu veröffentlichen. Via X verkündete das Unternehmen, dass die Montage des gleichnamigen Roboters fast abgeschlossen sei. Aktuell experimentiere man mit Kopf-Designs, die eine transparente Kuppel besitzen – mit dem Ziel, den „emotionalen Zustand des Agenten durch Mimik im Inneren sichtbar zu machen“.
Das Update enthielt ein Foto des fast fertigen Bots: ein schickes Gehäuse in Schwarz und Kupfer, das aussieht, als könnte es jeden Moment von seinem Montageständer steigen. Diese Enthüllung ist der nächste logische Schritt in Asimovs radikaler Strategie, seine gesamte humanoide Plattform als Open-Source-Projekt zu entwickeln. Zuvor hatte das Unternehmen bereits die Entwürfe für seine zweibeinigen Beine veröffentlicht. Ziel ist ein komplettes Open-Source-Ökosystem – von der Hardware über ein eigenes „Asimov OS“ bis hin zu einer dezentralen Lieferkette. Der Clou: Jeder soll in der Lage sein, seine eigene Version für unter 25.000 $ (ca. 23.500 €) aus Standardkomponenten und 3D-gedruckten Teilen zusammenzubauen.

Zusätzlich teilte Asimov Konzeptzeichnungen für die Hände des Roboters, die verschiedene Designs mit drei oder vier Fingern zeigen. Hier liegt der Fokus klar auf der Feinmotorik – ein kritischer Punkt, da humanoide Roboter Aufgaben in Umgebungen bewältigen müssen, die ursprünglich für Menschen geschaffen wurden.

Warum das wichtig ist
Während Schwergewichte wie Boston Dynamics, Figure AI und Tesla ihre Technologie wie ein Staatsgeheimnis hüten, setzt Asimov alles auf die Open-Source-Karte – jenes Erfolgsmodell, das bereits die moderne Softwarewelt geformt hat. Durch die Offenlegung der Designs könnte das Unternehmen eine globale Community von Entwicklern und Forschern mobilisieren und so Innovationen in einem Tempo vorantreiben, das eine einzelne, verschlossene Firma kaum halten kann. Dass dieser Ansatz funktioniert, hat bereits das Robot Operating System (ROS) bewiesen, das heute zum Standard in der Branche gehört.
Der transparente Kopf ist dabei mehr als nur eine Design-Spielerei; er ist ein direkter Versuch, das „Black Box“-Problem der KI zu lösen. Je autonomer Roboter agieren, desto wichtiger wird es für das Vertrauen und die Sicherheit, ihre Entscheidungsprozesse nachvollziehen zu können. Visuelle Hinweise auf den „Gefühlszustand“ der KI – ob sie gerade grübelt, verwirrt oder sicher ist – stellen einen völlig neuen Ansatz in der Mensch-Roboter-Interaktion dar. Ob dieses Feature ein genialer Geniestreich ist oder ein direktes Ticket ins „Uncanny Valley“, bleibt abzuwarten. In einem Markt, dem Milliardenumsätze prophezeit werden, ist Asimovs Strategie der radikalen Offenheit jedenfalls ein mutiger Vorstoß, den niemand ignorieren kann.













