ElRobot: Norma-Core bringt 7-Achsen-Arm als Open-Source

Die Einstiegshürden für ernsthafte Robotik-Forschung – früher oft in Zehntausenden von Euro gemessen – wurden gerade von einem gewöhnlichen 3D-Drucker dem Erdboden gleichgemacht. Das Projekt Norma-Core hat mit ElRobot einen überraschend leistungsfähigen und extrem erschwinglichen Roboterarm veröffentlicht, den man sich einfach zu Hause ausdrucken kann. Alles, was man braucht, ist ein 3D-Drucker und ein paar handelsübliche Servomotoren.

Norma-Core hat das komplette Projekt auf GitHub “open-sourced” und bietet damit ein Rundum-sorglos-Paket für angehende Robotiker. Der Release umfasst alles: von STEP- und STL-Dateien für den Druck über fertige Bambu Lab Projekte bis hin zu einer Schritt-für-Schritt-Anleitung und den essenziellen URDF-Dateien für Simulationen. Mit 7+1 Freiheitsgraden (Degrees of Freedom, DOF) bietet der Arm genau die Agilität, die für komplexe Aufgaben im Bereich Physical AI und Imitation Learning nötig ist.

Der Clou an dem Design ist seine Zugänglichkeit. Laut den Entwicklern kommt das System komplett ohne “Custom Hardware” aus. Das bedeutet: Keine proprietären Controller oder unauffindbare Spezialteile. Man lädt die Dateien, druckt das Chassis und verbaut ein Standard-Servo-Kit. Das vereinfacht die Lieferkette radikal und verwandelt eine massive Investition in ein spannendes Wochenendprojekt.

Warum ist das wichtig?

ElRobot ist ein Meilenstein bei der Demokratisierung von Hardware für die KI-Entwicklung. Jahrzehntelang waren fortschrittliche Roboterarme mit 7 oder mehr Freiheitsgraden das exklusive Spielzeug von finanzstarken Uni-Laboren und Forschungsabteilungen großer Tech-Konzerne. Indem Norma-Core ein komplettes, funktionales Design als Open Source zur Verfügung stellt, können nun auch Einzelpersonen, Studierende und Startups mit Physical AI experimentieren – und das bei einem minimalen Budget. Die Kosten sinken effektiv vom Preis eines Neuwagens auf den Preis einiger Rollen Filament und ein paar Motoren. Das könnte eine völlig neue Innovationswelle in der globalen Maker-Community auslösen. Die eigene Garage wird so offiziell zum Robotik-Labor.