Tony Hawk aufgepasst: Dieser humanoide Roboter lernt Skaten

In einer Entwicklung, die jeden Teenager, der jemals nach einem missglückten Kickflip unsanft auf dem Asphalt gelandet ist, ziemlich alt aussehen lässt, haben Forscher einem humanoiden Roboter das Skateboardfahren beigebracht. Ein neues Paper, das am 3. Februar 2026 auf arXiv veröffentlicht wurde, beschreibt ein System namens HUSKY (Humanoid Skateboarding System). Dabei handelt es sich um ein physikbewusstes KI-Framework, das es einem zweibeinigen Roboter ermöglicht, jenen dynamisch instabilen und mechanisch gekoppelten Albtraum zu meistern, den wir gemeinhin als “ein Brett auf Rollen” bezeichnen.

Das “Versuchskaninchen” dieser Experimente ist der Unitree G1, ein humanoider Roboter mit einer Körpergröße von etwa 1,30 Metern und einem Gewicht von rund 35 kg. Während der G1, der ab einem Einstiegspreis von etwa 16.000 $ zu haben ist, bereits tanzen und einfache Manipulationsaufgaben bewältigen kann, darf er nun auch “angehender Skatepark-Stammgast” in seinen Lebenslauf schreiben. Das HUSKY-System kombiniert eine komplexe Ganzkörpersteuerung mit einem tiefgreifenden Verständnis der Skateboard-Physik – insbesondere der komplizierten Wechselwirkung zwischen der Neigung des Boards und dem Lenkverhalten der Achsen (Trucks). So gelingt dem Roboter der stabile Übergang vom Abstoßen am Boden zum Lenken durch Gewichtsverlagerung. Um die Bewegungsabläufe natürlicher und menschenähnlicher zu gestalten, nutzt das System sogenannte Adversarial Motion Priors (AMP). Bei dieser Technik lernt der Roboter eher einen bestimmten Bewegungsstil, anstatt dass jede einzelne Millimeter-Korrektur explizit vorprogrammiert werden muss.

Warum ist das wegweisend?

Einem Roboter das Skaten beizubringen, ist weit mehr als nur ein PR-Gag für die nächste Roboter-Olympiade. Diese Forschung verschiebt die Grenzen dessen, was wir unter Ganzkörpersteuerung (Whole-Body Control) in unvorhersehbaren realen Szenarien verstehen. Die Beherrschung einer sogenannten unteraktuierten Plattform wie eines Skateboards erfordert ein hochentwickeltes Management von Balance, Impulserhaltung und der gleichzeitigen Interaktion zwischen Mensch (oder Maschine) und Objekt. Die Prinzipien hinter HUSKY könnten künftig auf Roboter übertragen werden, die andere rollende Werkzeuge nutzen oder sich in chaotischen, dynamischen Umgebungen bewegen müssen, ohne ständig über die eigenen Füße zu stolpern. Es ist ein entscheidender Schritt hin zu Maschinen, die sich mit der Agilität und Anpassungsfähigkeit eines Menschen bewegen – und nicht mehr nur mit der starren Präzision eines Fabrikroboters.