In einem Manöver, das der restlichen Robotik-Branche ein selbstbewusstes „Haltet mal kurz mein Ladekabel“ entgegenschleudert, hat der chinesische Elektroauto-Hersteller XPeng, Inc. angekündigt, bereits im ersten Quartal 2026 den Grundstein für eine dedizierte Fabrik für humanoide Roboter zu legen. Dabei geht es nicht nur darum, ein bisschen im Markt mitzumischen: Das Unternehmen plant, innerhalb von nur neun Monaten von der sprichwörtlichen grünen Wiese in Guangzhou zur vollwertigen Massenproduktion überzugehen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Baubeginn bis Produktionsstart in weniger als einem Jahr – ein Zeitplan, der selbst nach den optimistischsten Tech-Standards als extrem aggressiv, wenn nicht gar wahnwitzig gilt.
Dies ist nicht einfach nur ein weiteres Montageband. Die Robotik-Sparte des Unternehmens, XPENG Robotics, plant eine „Full-Chain“-Anlage, die alles von Forschung und Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Vertrieb unter einem Dach vereint. Das 110.000 Quadratmeter große Areal soll genau jene Flaschenhälse beseitigen, die die Branche derzeit noch lähmen: den Mangel an Trainingsdaten und die hohen Hürden für eine echte Skalierung. Das Ziel ist es, den humanoiden Roboter IRON – einen zweibeinigen Bot mit einer stattlichen Größe von 178 cm und extrem beweglichen Händen – in Serie zu produzieren. Zuerst für Industriekunden, später dann für den Einsatz in den eigenen vier Wänden.
Warum ist das so wichtig?
Hier wirft ein weiterer großer Automobilhersteller seine geballte Fertigungskompetenz in den Ring, um den Traum vom humanoiden Roboter wahr werden zu lassen. Der Zeitplan ist dabei entweder visionär oder purer Größenwahn. Während Unternehmen wie Tesla ihren Optimus-Bot zwar stetig weiterentwickeln, aber bei den Produktionsdaten eher vage bleiben, setzt XPeng ein konkretes – und offen gestanden schockierendes – Datum. Durch die Nutzung der bestehenden Lieferketten aus der Automobilproduktion und der Erfahrung mit hohen Stückzahlen will XPeng die berüchtigte „Produktionshölle“ umschiffen, an der so viele Hardware-Startups scheitern. Ob sie es tatsächlich schaffen, eine Fabrik und einen massentauglichen humanoiden Roboter in unter einem Jahr aus dem Boden zu stampfen, ist die Milliarden-Dollar-Frage. Aber an mangelndem Ehrgeiz wird dieses Projekt definitiv nicht scheitern.













