Der Industrieroboter-Riese ABB macht gemeinsame Sache mit NVIDIA, um seinen Fabrikrobotern eine ordentliche Schippe KI-Power in Sachen Simulation zu verpassen. Die Unternehmen gaben bekannt, dass die NVIDIA Omniverse-Bibliotheken direkt in ABBs RobotStudio-Software integriert werden – eine Plattform, auf die bereits über 60.000 Ingenieure weltweit setzen. Das neue Flaggschiff-Angebot namens RobotStudio HyperReality verspricht, das leidige „Sim-to-Real“-Problem der Branche endgültig zu lösen: mit Simulationen, die eine Präzision von bis zu 99 % erreichen.
Jahrzehntelang war die Programmierung von Industrierobotern ein mühsamer Prozess aus Trial-and-Error – und zwar der richtig teuren Sorte. In der Simulation sah oft alles perfekt aus, doch die Unwägbarkeiten der realen Physik, wechselnde Lichtverhältnisse oder Materialeigenschaften machten den Entwicklern regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Durch die Kombination der virtuellen Robotersteuerungen von ABB mit dem physikalisch basierten Rendering und der KI-Simulation von NVIDIA können Entwickler nun komplette Produktionslinien in einem hyperrealistischen digitalen Zwilling entwerfen, testen und validieren, noch bevor der erste physische Roboter überhaupt ausgepackt wird. Die Zusammenarbeit wird bereits von der Hon Hai Technology Group (Foxconn) für die komplexe Montage von Unterhaltungselektronik und vom Robotik-Startup Workr pilotiert, um Automatisierung auch für kleinere Hersteller zugänglich zu machen.
Warum ist das ein Gamechanger?
Diese Partnerschaft markiert einen fundamentalen Paradigmenwechsel: Weg vom klassischen Programmieren, hin zum Trainieren von Robotern. Anstatt jede Bewegung mühsam von Hand zu codieren, können Hersteller in der Simulation riesige Mengen an synthetischen Daten generieren. Damit lassen sich KI-Modelle füttern, die mit Varianz und Komplexität spielend fertig werden. Laut ABB lassen sich mit diesem Ansatz die Implementierungskosten um bis zu 40 % senken, während die Time-to-Market um satte 50 % beschleunigt wird. Für Branchen von Automotive bis Logistik bedeutet das: Schnellere, flexiblere und intelligentere Automatisierung ist kein theoretisches Konstrukt mehr – sie landet jetzt direkt in der Montagehalle.













