Gerade als man dachte, das Tempo im Wettrüsten der Roboterhunde könne nicht mehr gesteigert werden, lässt AGIBOT die Bombe platzen. Die in Shanghai ansässige Robotik-Schmiede, die bereits im Bereich humanoider Roboter als echtes Schwergewicht gilt, hat den neuen D1 MAX vorgestellt. Ein Blick auf das Datenblatt lässt die Grenze zwischen industrieller Realität und Science-Fiction verschwimmen: Das Unternehmen verspricht eine atemberaubende Höchstgeschwindigkeit von 8 Metern pro Sekunde. Das sind knapp 29 km/h – ein Tempo, bei dem die Konkurrenz nicht nur außer Atem gerät, sondern regelrecht im Staub stehen bleibt.
In einem Post auf X präsentierte das Unternehmen den D1 MAX als den „schnellsten und wasserdichtesten kommerziellen vierbeinigen Roboter“. Doch es geht nicht nur um den reinen Speed. AGIBOT gibt an, dass der mechanische Vierbeiner eine beachtliche Nutzlast von 30 kg stemmen kann. Dank eines Doppel-Akku-Systems hält er bis zu fünf Stunden durch und trotzt Extremtemperaturen von frostigen -20 °C bis hin zu glühenden +55 °C. Und ja, sie behaupten tatsächlich, er könne „unter Wasser gehen“ – eine mutige Ansage in einem Markt, in dem eine IP68-Zertifizierung normalerweise das absolute Maß der Dinge für die Tauglichkeit in extremen Umgebungen darstellt.
Der D1 MAX beherrscht zudem das dynamische Ausweichen von beweglichen Hindernissen – eine essenzielle Fähigkeit für jeden Automaten, der für Patrouillen, Überwachung oder den Einsatz in wuseligen Lagerhallen vorgesehen ist, ohne über die eigenen vier Füße zu stolpern. Die Plattform ist modular konzipiert und unterstützt eine breite Palette an Plug-ins für unterschiedlichste industrielle Anwendungen.
Warum ist das so bedeutend?
AGIBOT macht hier nicht bloß Marketing-Getöse; sie werfen der gesamten Branche den Fehdehandsuh entgegen. Die Ansage von 8 m/s ist ein gewaltiger Sprung nach vorn. Damit verdoppelt das Unternehmen mal eben das Tempo des eigenen D1 Ultra (3,7 m/s) und lässt etablierte industrielle Player wie den Unitree B2 weit hinter sich. Mit dieser Geschwindigkeit stößt man in Regionen vor, die bisher legendären Forschungsplattformen wie dem benzinbetriebenen WildCat von Boston Dynamics vorbehalten waren – nur eben in einem kommerziell verfügbaren, vermutlich rein elektrischen Paket.
Sollte der D1 MAX diese Versprechen im Alltag einlösen können – insbesondere die Kombination aus Speed und vollständiger Wasserdichtigkeit –, würde das die Einsatzmöglichkeiten für Quadruped-Roboter massiv erweitern. Gerade in zeitkritischen Szenarien wie dem Katastrophenschutz oder der Sicherung weitläufiger Areale wäre das ein Gamechanger. Die AGIBOT Innovation (Shanghai) Technology Co., Ltd. wurde zwar erst 2023 gegründet, hat aber bereits tausende humanoide Roboter ausgeliefert. Das nötige technische Know-how und die finanzielle Schlagkraft hinter diesen Ambitionen sind also absolut real. Die Konkurrenz hat nun einen neuen – und verdammt schnellen – Maßstab, den es zu schlagen gilt. Der Ball liegt bei der Konkurrenz.













