Während Sie sich heute Morgen vielleicht noch über den Berufsverkehr geärgert haben, hat der Digit-Humanoid von Agility Robotics, Inc. bereits wortlos seine Acht-Stunden-Schicht im Werk der Schaeffler-Gruppe in Cheraw, South Carolina, angetreten. Der zweibeinige Roboter ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Belegschaft und schleppt elf Kilogramm schwere Körbe mit Lagerkomponenten von den Stanzpressen zum Förderband – und das ganz ohne Kaffeepause. Es ist genau diese Art von monotoner, körperlich anstrengender Fließbandarbeit, für die Digit wie geschaffen ist.
Das Ganze ist weit mehr als nur ein kurzes Gastspiel oder ein PR-Gag. Der Einsatz ist Teil einer wegweisenden Vereinbarung: Der deutsche Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat sich nicht nur eine Minderheitsbeteiligung an Agility Robotics gesichert, sondern sich auch dazu verpflichtet, bis 2030 eine signifikante Anzahl von Digit-Robotern für sein globales Netzwerk aus rund 100 Produktionsstandorten zu erwerben. Was 2025 als Pilotprojekt begann, entwickelt sich nun zum Full-Time-Job für die Maschinen.
Mit einer Körpergröße von etwa 1,75 Metern und einem Gewicht von 65 Kilogramm ist der Humanoid das Herzstück von Schaefflers Strategie, dem akuten Fachkräftemangel mit modernster Automatisierung zu begegnen. Dabei setzt das Unternehmen auch auf die Expertise von NVIDIA in den Bereichen KI und Simulation. Schaeffler ist mit diesem Vorstoß in bester Gesellschaft: Digit hat sich in Industriekreisen längst zum begehrten „Must-have“ entwickelt. Auch Logistik-Riesen wie GXO Logistics, Amazon und sogar Toyota stellt Agilitys Digit-Humanoiden in Kanada fest ein lassen den Roboter bereits in ihren Hallen für sich arbeiten.
Warum das ein Gamechanger ist
Die Diskussion um humanoide Roboter verschiebt sich gerade fundamental: Weg vom theoretischen „Ob“ hin zum ganz praktischen „Wie viele?“. Schaefflers großangelegtes Commitment markiert den entscheidenden Übergang von der beeindruckenden Tech-Demo zur echten industriellen Integration, die reale Probleme wie den chronischen Arbeitskräftemangel löst. Während andere Unternehmen noch mit Pilotphasen experimentieren, schreibt Schaeffler bereits die Kaufverträge und integriert Humanoide in den operativen Alltag. Das hier ist keine futuristische Vision auf einer PowerPoint-Folie – das ist die Fabrikhalle von heute, und Digit ist für die nächste Schicht schon fest eingeplant.













